Kunst & Schönheit 2021

WARUM KUNST?

Ein Interview mit Dr. Marion Faber-Oelschlägel, Geschäftsführung Nägele & Strubell

Warum verbindet sich ein österreichisches Parfumerieunternehmen mit heimischen Künstlerinnen?

Berechtige Frage. Wir haben für unser Projekt  den Übertitel Kunst & Schönheit gewählt und darin liegt eigentlich schon die Erklärung für unser Tun.

Wir empfinden eine unauflösliche Beziehung zwischen Schönheit und Kunst.

Für einen Teil der Schönheit sehen wir uns zuständig, für all das, was pflegt, duftet, Wohlgefühl verbreitet und das sehr persönliche Leben bereichert.

In unserem Verständnis ist Kunst eine wesentliche Bereicherung des Lebens, für mich sogar ein essentieller Teil meines Daseins. Die tägliche Auseinandersetzung mit Kunst und Künstlerinnen hat meinen Zugang zum Leben geprägt und verändert und erzieht mich bis heute dazu, mich auf Wesentliches zu fokussieren. Die Idee der griechischen Philosophie der „Kalokakadia“, die das Schöne & Gute unauflöslich miteinander verbunden sieht, hat für mich immer noch viel für sich. Wobei mein Begriff von Schönheit nichts mit etwas Glattgefegtem, Konturlosem, Makellosem zu tun hat. Die Auseinandersetzung einer Künstlerin mit dem Sein an sich, mit ihrem eigenen Sein, mit dem hereinströmen der Welt in die Künstlerseele und die daraus erfolgende Sublimierung in ein Kunstwerk hat, so meine ich, viel mit Schönheit zu tun.

Es muss das Ergebnis des künstlerischen Prozesses nicht gefällig sein, nicht jedem gefallen, Kontroversen müssen immer möglich sein.

Die Idee von uns Schönheit und Kunst zu thematisieren resultiert auch aus dem Wunsch unseren KundInnen Begegnung mit Kunst im Alltäglichen zu ermöglichen. Die Arbeiten der mit uns verbundenen Künstlerinnen finden  sich in Auslagen, in unserem Magazin und auf unseren Tragtaschen. Ich selbst habe schon oft erlebt, wie sich dann zwischen den Kundinnen und unseren Mitarbeiterinnen in den Geschäften ein Dialog über die Kunstwerke entwickelt, es wird besprochen, natürlich auch aus dem persönlichen Zugang heraus beurteilt: Kommunikation findet statt, jenseits des Beratungs- und Verkaufsgespräches.

Wir empfinden auch das als Bereicherung über unsere originäre Funktion hinaus und eigentlich gilt nur: Gebt dem Schönen mehr Raum!


BISHERIGE KÜNSTLERINNEN UND PROJEKTE

2018, "Die 4 Jahreszeiten": Mari Otberg, Christy Astui, Gudrun Kampl, Burgis Payer

2019, "Junge Fotografen porträtieren Musikstars": Karim Hadaya, Katharina Harris, Ines Futterknecht, Romy Rainer

2020, "Mit Haut und Haar": Anna Stangl, Julia Maurer, Gabriele Schöne, Sylvia Kummer

2021, "Der Stoff aus dem die Träume sind": Katharina Prantl, Clara Khevenhüller, Franziska Maderthaner, Alexandra Pruscha


KUNST UND SCHÖNHEIT 2021 – "Der Stoff aus dem die Träume sind"

Das Thema ist Schönheit erleben, Luxus zelebrieren, Vergnügen bereiten und keinesfalls der verbissene Kampf gegen das unvermeidbare Älterwerden.


Kunst ist für uns immer ein Statement wider die Banalität. Daher ist dieses Projekt für uns das Mittel der Wahl um zu signalisieren, dass wir uns auf das Wesentliche, das Schöne, fokussieren.

Dieses Jahr nähern wir uns mit dem Motto „Der Stoff aus dem die Träume sind“ dem Thema Schönheit.

Vier Künstlerinnen, vier Werke, 

die sich mit den Wurzeln unseres Geschäftszweiges,

eben der Schönheit, 

aus verschiedenen Gedankenwelten heraus

und mit unterschiedlichen künstlerischen Zugängen beschäftigen.


"Allegra con tutto ciò" EDITION 1 | by FRANZISKA MADERTHANER

"Fröhlich trotz allem"

In ihren Gemälden verwebt Franziska Maderthaner Gegenständliches und abstrakt Expressionistisches. Aus ihren Farbschüttungen und radikalen Malgesten entwinden sich Körper, Stillleben und Objekte oder Szenen der Alltagskultur.

Abstraktion und Gegenständlichkeit schließen sich in ihrer Kunst nicht aus, sondern ergänzen und stützen einander in vielfältigster Weise. Oft und gern verwendet sie dabei Zitate aus der Malereigeschichte.

Andere ihrer Arbeiten stellen nur vermeintlich Kunsthistorisches dar, sind aber "Reenactments", lebende historische Rollenspiele von heute. Auch Caravaggio, Tiepolo oder niederländische Barockmaler-Zitate werden mit aktuellen Bildwelten durchmischt und wachsen aus den amorphen Farbwelten.

www.maderthaner.cc


"Der Stoff aus dem die Träume sind" EDITION 2 | by KATHARINA PRANTL

"Der Stoff aus dem die Träume sind"

Die Tochter des Künstlerehepaares Karl Prantl und Uta Peyrer-Prantl studierte nach längeren
Aufenthalten in New York und New Mexico bei Max Weiler und in der Meisterklasse Arnulf Rainer an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Zahlreiche Ausstellungen in aller Welt folgten.

Für ihr Kunstbuch „Gehen von Stein zu Stein“ wurde sie mit dem österreichischen Staatspreis ausgezeichnet.

Katharina Prantl lebt und arbeitet in Wien und Pöttsching (Burgenland). Sie wird von „erlebten Atmosphären“ inspiriert – ob Landschaften oder Städte, in der Natur, durch die Musik – und wandelt ihre Impressionen in verinnerlichte Visionen von sprühender Farbigkeit.

www.katharinaprantl.at


"intertwined" EDITION 3 | by CLARA KHEVENHÜLLER

"intertwined"

Clara Khevenhüller, 1990 in Madrid geboren, lebt und arbeitet in Wien. 2015 graduierte sie von der Parsons Universität in Paris, wo sie bildende Kunst
studierte. Ihr künstlerischer Schwerpunkt liegt auf Malerei, ins besondere einer
wahrheitsgetreuen Darstellung von Volumen und Flächen.

Sie war in nationalen/internationalen Ausstellungen vertreten: Solo Booth Präsentation (Art Bodensee, Bodensee 2019) „Luxury Store Opening“ (Steindlgasse 2, Private Space 2019), „St.Petersburger Erhängung“ (IKO Art Space, Wien 2018), „Between Nowhere and Elsewhere“ (Gallery EOF, Paris 2015), Group Show (GMIE Marie de Paris, Paris 2014), „Passage et Séquences“ (GMIE Marie de Paris, Paris 2013).

"intertwined" ist eine Hommage an die von den nordischen Renaissancemeistern gemalten Stoffe. In Zeiten stetigen Überflusses und medialer Vollbeschallung konzentrieren sich Khevenhüllers Werke auf die reine Materialität des Stoffobjekts, um während der Betrachtung und Kontemplation Sensibilität für das Wesentliche zu schaffen. Es entstehen ganz neue, nahezu Pop Art-Bilder.

www.clarakhevenhueller.at


"Rubia" EDITION 4 | by ALEXANDRA PRUSCHA


"Rubia"

Alexandra Pruscha wurde in Kathmandu, Nepal, geboren und wuchs in einer vielschichtigen Kultur auf. Als Tochter österreichischer Eltern lernte sie im Laufe ihres Lebens viele unterschiedliche Kulturlandschaften kennen.

Als Trägermaterial dient der Künstlerin handgewebter naturfarbener Leinenstoff, den sie in der Zurückgezogenheit der Wüste von Kutch in Nordwestindien in einem mehrstufigen und aufwendigen Verfahren selbst vorbehandelt, einfärbt bemalt oder bedruckt. Handwerk und abstrakte Komposition in ihren Arbeiten zu textilen Bildern verschmelzen lässt.

Nicht zuletzt aufgrund der Verwurzelung mit ihrem Geburtsland Nepal, bildet die Verbindung von archaischer Formen-, Farb- und Materialsprache mit westlicher geometrischer Abstraktion die Grundlage in Alexandra Pruschas künstlerischem Schaffen.

Pruscha studierte an der Meisterklasse für Tapisserie  an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo sie mit Farbe und Textur auf Papier und Textilien zu experimentieren begann. Sie schafft "gewebte Farbfelder", wobei sie besonders auf die Geschichte hinter den Stoffen achtet, die sie auf Märkten findet und später mit Pflanzen- und Mineralfarben (Naturfarben) bearbeitet.

Sie lebt und arbeitet seit Mitte der 90er-Jahre in Ahmedabad (Indien), Istanbul (Türkei) und Wien.

www.alexandrapruscha.com